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Künstler
 
 
Giora Feidman
 
  Otto Sauter & Michael Mendl
 
  Edson Cordeiro
 
 

Giora Feidman

Musik die aus der Seele kommt.
Mit dem Zittern seiner Lippen drückt er die schönsten Melodien durch das Holz.
Mit einem einzigen Atemzug lässt er unzählige Melodien erklingen. ( FAZ )

Ein lebendiges Stück Musikgeschichte – zu Beginn des neuen Jahrzehnts. 40 Jahre nachdem Giora Feidman mit seiner Klarinette erstmals in die Welt hinauszog, erscheint dieses Attribut nicht übertrieben.

Giora Feidman
Foto: Broede
Als einer der wichtigsten Interpreten zeitgenössischer Musik hat sich Giora Feidman über die Jahrzehnte zu einem Phänomen entwickelt, ist Künstler, Entdecker und Ereignis, ein rastloser Botschafter mit einem Spiel von unverminderter Anziehungskraft.
Kaum beschreibbar, was er mit seiner Klarinette auf der Bühne anstellt: wie sie lacht und weint und erzählt, die Zuhörer packt und immer wieder aufs neue verblüfft.
Und immer noch hält Giora Feidman Ausschau nach Möglichkeiten, seine Musik wieder und wieder im neuen Gewand zu präsentieren. Sein Anspruch auf Vielseitigkeit, seine eigenen innovativen Interpretationen des Tango, Jazz, der Klassik und des Klezmer fügen sich zu einem großen und großartigen Gesamtwerk zusammen.
Die beeindruckende Reichweite seiner musikalischen Aktivitäten spiegelt sich in seinen aktuellen Projekten wieder: Tourneen mit seinem Ensemble, zahlreiche solistische Auftritte sowie die Mitwirkung an verschiedenen Film- Theater- und Musikprojekten machen deutlich, daß Giora Feidman längst zu einem Universalkünstler geworden ist, ausgezeichnet durch einen unverwechselbaren Personalstil, geprägt durch seine kulturellen, religiösen und musikalischen Wurzeln.
1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, wird seine Jugend durch die spezifisch jüdische Musiktradition des Klezmer geprägt. Nach einer klassischen Musikausbildung wird Giora Feidman mit 18 Jahren in das Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos Aires aufgenommen. Zwei Jahre später folgt die Berufung als jüngster Klarinettist in das Israel Philharmonic Orchestra. In den fast zwei Jahrzehnten seiner Orchesterzugehörigkeit arbeitet er mit allen bedeutenden Dirigenten seiner Zeit. Giora Feidman entwickelt in dieser Zeit sein Verständnis von Musik als die „Sprache der innersten Seele“, als ein Mittel der Verständigung, das alle Grenzen überwindet.
Anfang der siebziger Jahre verläßt Feidman das Israel Philharmonic Orchestra und startet mit seiner musikalischen Botschaft die weltweite Renaissance der alten Klezmer-Tradition, bereichert um die vielfältigen Stile klassischer und moderner Musik. Von New York aus, wo er als „King of Klezmer“ gefeiert wird, ebnet er dem „jewish soul“ den Weg auf die klassische Konzertbühne und schenkt seinen Zuhörern nicht nur eine sehr persönliche Interpretation des Klezmers, sondern eine grenzenlose Hommage an das Leben. Zugleich bleibt seine musikalische Entwicklung in ständigem Fluß. Zusammen mit seinem Quartett, das ihn bei seinen weltweiten Gastspielen begleitet, schlägt Giora Feidman neue Richtungen ein: rückgreifend auf die Wurzeln seiner argentinischen Heimat, wird der Tango ein wesentliches Element seiner Musik. Mit den aktuellen Projekten „Von Klezmer zu Tango“ und „TangoKlezmer" baut der Klarinettist eine Brücke zwischen den Kulturen, eine ebenso spannende wie faszinierende Symbiose, die aus Feidmans eigenem biographischen Hintergrund erwächst.
Parallel dazu bleibt Giora Feidman seinen musikalischen Anfängen treu: Auftritte mit zahlreichen namhaften Orchestern und Ensembles wie dem Kronos Quartett oder der Polnischen Kammerphilharmonie kennzeichnen seinen Weg ebenso wie CD-Produktionen mit den Berliner Symphonikern, dem Philharmonischen Kammerorchester München u. a. Neben einem Gastauftritt in der Fernsehreihe „Erstklassisch“ mit Senta Berger folgt Giora Feidman im November 2001 einer Einladung des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, um als Solist im Rahmen der Reihe „musica viva“ an der Uraufführung eines Werkes von Magret Wolf mitzuwirken. Eine Tournee mit dem Münchner Rundfunkorchester verbindet er im Juli 2002 mit einem Ereignis, auf das die Musikwelt lange gewartet hat: Giora Feidman spielt Mozarts Klarinettenkonzert.
Neben dem Konzertpodium steht die Bühne: In Deutschland beginnt der außergewöhnliche Erfolg Feidmans 1984 mit seinem Auftritt in Peter Zadeks inzwischen legendären „Ghetto“-Inszenierung. Feidmans Talent, seiner Klarinette fast schauspielerische Fähigkeiten zu verleihen, setzt sich 1994 in den Opern „Der Rattenfänger“ (Dortmund) und „Lilith“ (Bayreuth 1996) sowie dem Theaterstück „Meschugge vor Hoffnung“ in den Hamburger Kammerspielen fort.
Internationale Filmprojekte erweitern den musikalischen Wirkungskreis. Anfang der 90er Jahre folgt Giora Feidman einer Einladung Steven Spielbergs und spielt zusammen mit Itzhak Perlman die mit einem Oscar ausgezeichnete Musik für den Film „Schindlers Liste“ ein. In dem erfolgreichen Kinofilm „Jenseits der Stille“ hat Feidman ebenso einen zentralen Gastauftritt wie in dem Film über das Leben der „Comedian Harmonists“ unter der Regie von Joseph Vilsmaier. Darüber hinaus präsentiert sich der Künstler im Rahmen verschiedenster Projekte. Hierzu gehören u .a. die Vertonung des Stummfilmklassikers „Der Golem“ sowie eine Reise durch die vergangenen Jahrhunderte, die er seit mehreren Jahren zusammen mit dem Organisten Matthias Eisenberg antritt.
Der Traum von der Umsetzung einer Musik jenseits aller Schranken ist für Giora Feidman längst Wirklichkeit geworden. Über das rein musikalische Erlebnis hinaus wurden seine Konzerte zum Medium eines neuen Dialogs. 2001 wird er in Berlin aufgrund seiner besonderen Verdienste um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden mit dem Großen Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. „Lang lebe Giora, seine Klarinette und seine Musik! Er schlägt Brücken zwischen Generationen, Kulturen und Schichten, und er tut es mit vollendeter Kunst!“ schrieb Leonard Bernstein einmal den großen Klarinettisten. Sein enthusiastisches Urteil besitzt bis heute unverändert Gültigkeit.

 

Giora Feidman & Matthias Eisenberg
From Classic to Klezmer / Part 2

In dem gebürtigen Dresdner Prof. Matthias Eisenberg, der sich als Gewandhaus-organist ebenso wie als international anerkannter Konzertinterpret, aber auch als Kirchenmusiker auf Sylt einen Namen machte, hat der König des Klezmer und zweifache Klassik-Echo-Preisträger einen ebenbürtigen Partner und Gegenpol gefunden. Hinter dem Titel verbirgt sich wieder eine musikalische Zusammenstellung, die überraschen und Grenzen sprengen wird. Es gelingt den beiden Vollblutmusikern, eine Botschaft auf höchstem Niveau zu übermitteln. Folk, Klezmer, zeitgenössische Kompositionen und Werke von J.S. Bach werden zu einer unzertrennlichen Einheit. Sie gehen musikalisch und ideell eine Verbindung ein und die Musik wird vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Kulturen zu einem Erlebnis, das Räume in unserem Herzen öffnet.

 

Giora Feidman & Gershwin String Quartett

Langjährige Freundschaft und eine erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit verbindet Giora Feidman mit den Mitgliedern des Gershwin-Quartetts. Auf dem neuem Programm stehen klassische Werke von Mozart, Schubert, Gershwin, Piazzolla und Villa-Lobos, wie auch zeitgenössische israelische Werke aus der Feder der renommierten Komponisten Ora Bat Chaim und Gil Aldema sowie ausgewählte Klezmer Stücke. Das Gershwin-Quartett und allen voran der Primarius und Namensgeber des Ensembles, der Violinvirtuose Prof. Michel Gershwin, der zurzeit eine Professur am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique bekleidet und sich seit seiner Jugend mit der Klezmer-Musik auseinandersetzt, werden Giora Feidman perfekte und kongeniale Partner sein.

Das Ensemble besteht durchweg aus Repräsentanten der russischen Instrumentalistenschule und Preisträgern verschiedener internationaler Musikwettbewerbe. Nicht ohne Grund bemerkten bisherige Kritiken das hohe professionelle Niveau, die Einheit der Emotion von intellektuellem Denken und Fühlen der Musikanten im allgemeinen, den geschlossenen interpretatorischen Ansatz, sowie das spielerische brillieren bei der Bewältigung auch nahezu halsbrecherischer technischer Hürden der dem Publikum zu vermittelnden Werke im besonderen.

 

Giora Feidman Trio - Dance of Joy

"Ein Lied, auf das man nicht tanzen kann, ist keines;
Ein Tanz, auf den man nicht singen kann, ist keiner."

Giora Feidman hat in diesem Programm seine Grundhaltung zur Musik manifestiert. In "Dance of Joy" thematisiert er seine tiefe Einstellung zu den Künsten und spielt damit. Wir sind alle als Sänger und Tänzer geboren. Guido Jäger am Kontrabaß und Jens Uwe Popp an der Gitarre begleiten ihn als solche mit ihren Instrumenten.

Mit Traditionals, Folk, Kompositionen von Piazolla, Gershwin, Schubert und Mahler spannt er einen großen musikalischen Kosmos. Hier zeigt sich in allen Facetten, was der große Künstler unter Klezmer versteht. Er führt Klezmer auf die beiden hebräischen Wörter "kli" (Instrument) und "zemer" (Lied) zurück. Um diese natürliche Kraft auszudrücken brauchen wir ein Instrument, unseren Körper. "Ich vermittle anderen meine innere Stimme, eine Idee, ein Gefühl. Ein Klezmer spielt nicht, er singt. Musik wird an jedem Ort der Welt verstanden, von allen Menschen, gleich welcher Religion, welcher Hautfarbe oder Sprache."

Mit dieser Maxime gestaltet er ein Konzertprogramm von großer Geschlossenheit, Lebendigkeit und Charme. Wie selbstverständlich stehen die unterschiedlichsten Musiken und Stile nebeneinander, beflügeln sich, und erstrahlen in neuem und unerhörten Licht.

 

Klezmer - Musik, ein großes Erbe der osteuropäischen jiddischen Kultur, schien lange Zeit nach der Shoa und der Zerschlagung des Ostjudentums in Vergessenheit geraten zu sein. Sie wurde jedoch von den großen Auswanderungswellen seit Anfang ds 20. Jahrhundert nach Nord- und Südamerika getragen oder in Europa und Israel von Überlebenden bewahrt."Klezmer" ist das hebräische "kli zemer", was "Instrument oder Gefäß des Liedes" bedeutet, jedoch mehr meint als das Instrument, mit dem der Musiker spielt: der Musiker selbst ist das gefäß, aus dem das Lied kommt. Diese oft leidenschaftliche, freudige, aber auch klagende, melancholische Musik zu Festen der jüdischen Gemeinde ist nicht nur Ausdruck der Lebensfreude sondern zugleich chassidisches Gebet.
Giora Feidman
Foto: Broede

Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts verließ Giora Feidman, als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, das Israel Philharmonic Orchestra, dem er 20 Jahre lang angehörte, um eine weltweite Renaissance der Klemer-Tradition zu starten. Bereichert um die vielfältigen Stile und Richtungen klassischer und moderner Musik, die auch Jazz und Soul einbezieht, vermittelt er Musik als "eine Sprache der innersten Seele", die von allen Menschen verstanden werden kann, die Mittel zu politischer und kultureller Verständigung jenseits aller Grenzen.
Musik, die aus der Seele kommt, das ist die ureigenste Interpretation einer Komposition durch den Musiker: was er denkt, fühlt, nachspürt, auszudrücken versucht. Er gibt sein Wissen, sein Können, seinen Atem, seinen ganzen Körper, sich selbst. Am vollkommensten geschieht das bei der Improvisation. Ein Thema, eine Melodie wird zum Anlaß, mit dem Reichtum der Phantasie alles zu geben, was in der Seele ist, Freude oder Schmerz, Glück oder Last, Humor oder Trübsinn, Schwermut oder Hoffnung. Mit all diesen Emfindungen ist es zuletzt auch Gespräch mit Gott. Und Dank an Ihn: Soli Deo Gloria.



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Giora Feidman & Gershwin String Quartett

November 2010

11. Wertheim / Stiftskirche

Giora Feidman & Gershwin String Quartett

Januar 2011

04. Lübeck / Dom
05. Norden / St. Ludgeri
06. Münster / H 1
07. Essen / Erlöserkirche
08. Speyer / Dreifaltigkeits-Kirche
09. Balingen / Stadthalle
11. Schwäbisch Gmünd / Stadtgarten
12. Ravensburg / Konzerthaus

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