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Giora Feidman |
Musik die aus der Seele kommt.
Mit dem Zittern seiner Lippen drückt er die schönsten Melodien durch das Holz.
Mit einem einzigen Atemzug lässt er unzählige Melodien erklingen. ( FAZ )
Ein lebendiges Stück Musikgeschichte – zu Beginn
des neuen Jahrzehnts. 40 Jahre nachdem Giora Feidman
mit seiner Klarinette erstmals in die Welt hinauszog, erscheint
dieses Attribut nicht übertrieben.
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Foto: Broede
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Als einer der wichtigsten Interpreten zeitgenössischer
Musik hat sich Giora Feidman über die Jahrzehnte
zu einem Phänomen entwickelt, ist Künstler,
Entdecker und Ereignis, ein rastloser Botschafter mit
einem Spiel von unverminderter Anziehungskraft.
Kaum beschreibbar, was er mit seiner Klarinette auf der
Bühne anstellt: wie sie lacht und weint und erzählt,
die Zuhörer packt und immer wieder aufs neue verblüfft.
Und immer noch hält Giora Feidman Ausschau nach Möglichkeiten,
seine Musik wieder und wieder im neuen Gewand zu präsentieren.
Sein Anspruch auf Vielseitigkeit, seine eigenen innovativen
Interpretationen des Tango, Jazz, der Klassik und des
Klezmer fügen sich zu einem großen und großartigen
Gesamtwerk zusammen.
Die beeindruckende Reichweite seiner musikalischen Aktivitäten
spiegelt sich in seinen aktuellen Projekten wieder: Tourneen
mit seinem Ensemble, zahlreiche solistische Auftritte
sowie die Mitwirkung an verschiedenen Film- Theater- und
Musikprojekten machen deutlich, daß Giora Feidman
längst zu einem Universalkünstler geworden ist,
ausgezeichnet durch einen unverwechselbaren Personalstil,
geprägt durch seine kulturellen, religiösen
und musikalischen Wurzeln.
1936 als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien
geboren, wird seine Jugend durch die spezifisch jüdische
Musiktradition des Klezmer geprägt. Nach einer klassischen
Musikausbildung wird Giora Feidman mit 18 Jahren in das
Symphonie- und Opernorchester des Teatro Colon in Buenos
Aires aufgenommen. Zwei Jahre später folgt die Berufung
als jüngster Klarinettist in das Israel Philharmonic
Orchestra. In den fast zwei Jahrzehnten seiner Orchesterzugehörigkeit
arbeitet er mit allen bedeutenden Dirigenten seiner Zeit.
Giora Feidman entwickelt in dieser Zeit sein Verständnis
von Musik als die „Sprache der innersten Seele“,
als ein Mittel der Verständigung, das alle Grenzen
überwindet.
Anfang der siebziger Jahre verläßt Feidman
das Israel Philharmonic Orchestra und startet mit seiner
musikalischen Botschaft die weltweite Renaissance der
alten Klezmer-Tradition, bereichert um die vielfältigen
Stile klassischer und moderner Musik. Von New York aus,
wo er als „King of Klezmer“ gefeiert wird,
ebnet er dem „jewish soul“ den Weg auf die
klassische Konzertbühne und schenkt seinen Zuhörern
nicht nur eine sehr persönliche Interpretation des
Klezmers, sondern eine grenzenlose Hommage an das Leben.
Zugleich bleibt seine musikalische Entwicklung in ständigem
Fluß. Zusammen mit seinem Quartett, das ihn bei
seinen weltweiten Gastspielen begleitet, schlägt
Giora Feidman neue Richtungen ein: rückgreifend auf
die Wurzeln seiner argentinischen Heimat, wird der Tango
ein wesentliches Element seiner Musik. Mit den aktuellen
Projekten „Von Klezmer zu Tango“ und „TangoKlezmer"
baut der Klarinettist eine Brücke zwischen den Kulturen,
eine ebenso spannende wie faszinierende Symbiose, die
aus Feidmans eigenem biographischen Hintergrund erwächst.
Parallel dazu bleibt Giora Feidman seinen musikalischen
Anfängen treu: Auftritte mit zahlreichen namhaften
Orchestern und Ensembles wie dem Kronos Quartett oder
der Polnischen Kammerphilharmonie kennzeichnen seinen
Weg ebenso wie CD-Produktionen mit den Berliner Symphonikern,
dem Philharmonischen Kammerorchester München u. a.
Neben einem Gastauftritt in der Fernsehreihe „Erstklassisch“
mit Senta Berger folgt Giora Feidman im November 2001
einer Einladung des Symphonieorchesters des Bayerischen
Rundfunks, um als Solist im Rahmen der Reihe „musica
viva“ an der Uraufführung eines Werkes von
Magret Wolf mitzuwirken. Eine Tournee mit dem Münchner
Rundfunkorchester verbindet er im Juli 2002 mit einem
Ereignis, auf das die Musikwelt lange gewartet hat: Giora
Feidman spielt Mozarts Klarinettenkonzert.
Neben dem Konzertpodium steht die Bühne: In Deutschland
beginnt der außergewöhnliche Erfolg Feidmans
1984 mit seinem Auftritt in Peter Zadeks inzwischen legendären
„Ghetto“-Inszenierung. Feidmans Talent, seiner
Klarinette fast schauspielerische Fähigkeiten zu
verleihen, setzt sich 1994 in den Opern „Der Rattenfänger“
(Dortmund) und „Lilith“ (Bayreuth 1996) sowie
dem Theaterstück „Meschugge vor Hoffnung“
in den Hamburger Kammerspielen fort.
Internationale Filmprojekte erweitern den musikalischen
Wirkungskreis. Anfang der 90er Jahre folgt Giora Feidman
einer Einladung Steven Spielbergs und spielt zusammen
mit Itzhak Perlman die mit einem Oscar ausgezeichnete
Musik für den Film „Schindlers Liste“
ein. In dem erfolgreichen Kinofilm „Jenseits der
Stille“ hat Feidman ebenso einen zentralen Gastauftritt
wie in dem Film über das Leben der „Comedian
Harmonists“ unter der Regie von Joseph Vilsmaier.
Darüber hinaus präsentiert sich der Künstler
im Rahmen verschiedenster Projekte. Hierzu gehören
u .a. die Vertonung des Stummfilmklassikers „Der
Golem“ sowie eine Reise durch die vergangenen Jahrhunderte,
die er seit mehreren Jahren zusammen mit dem Organisten
Matthias Eisenberg antritt.
Der Traum von der Umsetzung einer Musik jenseits aller
Schranken ist für Giora Feidman längst Wirklichkeit
geworden. Über das rein musikalische Erlebnis hinaus
wurden seine Konzerte zum Medium eines neuen Dialogs.
2001 wird er in Berlin aufgrund seiner besonderen Verdienste
um die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden mit
dem Großen Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
„Lang lebe Giora, seine Klarinette und seine Musik!
Er schlägt Brücken zwischen Generationen, Kulturen
und Schichten, und er tut es mit vollendeter Kunst!“
schrieb Leonard Bernstein einmal den großen Klarinettisten.
Sein enthusiastisches Urteil besitzt bis heute unverändert
Gültigkeit.
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Giora
Feidman & Matthias Eisenberg
From Classic to Klezmer / Part 2
In dem gebürtigen Dresdner Prof. Matthias Eisenberg, der sich als Gewandhaus-organist ebenso wie als international anerkannter Konzertinterpret, aber auch als Kirchenmusiker auf Sylt einen Namen machte, hat der König des Klezmer und zweifache Klassik-Echo-Preisträger einen ebenbürtigen Partner und Gegenpol gefunden.
Hinter dem Titel verbirgt sich wieder eine musikalische Zusammenstellung, die überraschen und Grenzen sprengen wird.
Es gelingt den beiden Vollblutmusikern, eine Botschaft auf höchstem Niveau zu übermitteln.
Folk, Klezmer, zeitgenössische Kompositionen und Werke von J.S. Bach werden zu einer unzertrennlichen Einheit. Sie gehen musikalisch und ideell eine Verbindung ein und die Musik wird vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Kulturen zu einem Erlebnis, das Räume in unserem Herzen öffnet.
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Giora Feidman & Gershwin String Quartett
Langjährige Freundschaft und eine erfolgreiche künstlerische Zusammenarbeit verbindet Giora Feidman mit den Mitgliedern des Gershwin-Quartetts. Auf dem neuem Programm stehen klassische Werke von Mozart, Schubert, Gershwin, Piazzolla und Villa-Lobos, wie auch zeitgenössische israelische Werke aus der Feder der renommierten Komponisten Ora Bat Chaim und Gil Aldema sowie ausgewählte Klezmer Stücke.
Das Gershwin-Quartett und allen voran der Primarius und Namensgeber des Ensembles, der Violinvirtuose Prof. Michel Gershwin, der zurzeit eine Professur am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique bekleidet und sich seit seiner Jugend mit der Klezmer-Musik auseinandersetzt, werden Giora Feidman perfekte und kongeniale Partner sein.
Das Ensemble besteht durchweg aus Repräsentanten der russischen Instrumentalistenschule und Preisträgern verschiedener internationaler Musikwettbewerbe. Nicht ohne Grund bemerkten bisherige Kritiken das hohe professionelle Niveau, die Einheit der Emotion von intellektuellem Denken und Fühlen der Musikanten im allgemeinen, den geschlossenen interpretatorischen Ansatz,
sowie das spielerische brillieren bei der Bewältigung auch nahezu halsbrecherischer technischer Hürden der dem Publikum zu vermittelnden Werke im besonderen.
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Giora Feidman Trio - Dance of Joy
"Ein Lied, auf das man nicht tanzen kann, ist keines;
Ein Tanz, auf den man nicht singen kann, ist keiner."
Giora Feidman hat in diesem Programm seine Grundhaltung zur Musik manifestiert. In "Dance of Joy" thematisiert er seine tiefe Einstellung zu den Künsten und spielt damit.
Wir sind alle als Sänger und Tänzer geboren. Guido Jäger am Kontrabaß und Jens Uwe Popp an der Gitarre begleiten ihn als solche mit ihren Instrumenten.
Mit Traditionals, Folk, Kompositionen von Piazolla, Gershwin, Schubert und Mahler spannt er einen großen musikalischen Kosmos.
Hier zeigt sich in allen Facetten, was der große Künstler unter Klezmer versteht. Er führt Klezmer auf die beiden hebräischen Wörter "kli" (Instrument) und "zemer" (Lied) zurück.
Um diese natürliche Kraft auszudrücken brauchen wir ein Instrument, unseren Körper. "Ich vermittle anderen meine innere Stimme, eine Idee, ein Gefühl. Ein Klezmer spielt nicht, er singt. Musik wird an jedem Ort der Welt verstanden, von allen Menschen, gleich welcher Religion, welcher Hautfarbe oder Sprache."
Mit dieser Maxime gestaltet er ein Konzertprogramm von großer Geschlossenheit, Lebendigkeit und Charme.
Wie selbstverständlich stehen die unterschiedlichsten Musiken und Stile nebeneinander, beflügeln sich, und erstrahlen in neuem und unerhörten Licht. |
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Klezmer - Musik,
ein großes Erbe der osteuropäischen jiddischen
Kultur, schien lange Zeit nach der Shoa und der Zerschlagung
des Ostjudentums in Vergessenheit geraten zu sein. Sie
wurde jedoch von den großen Auswanderungswellen
seit Anfang ds 20. Jahrhundert nach Nord- und Südamerika
getragen oder in Europa und Israel von Überlebenden
bewahrt."Klezmer" ist das hebräische "kli
zemer", was "Instrument oder Gefäß
des Liedes" bedeutet, jedoch mehr meint als das Instrument,
mit dem der Musiker spielt: der Musiker selbst ist das
gefäß, aus dem das Lied kommt. Diese oft leidenschaftliche,
freudige, aber auch klagende, melancholische Musik zu
Festen der jüdischen Gemeinde ist nicht nur Ausdruck
der Lebensfreude sondern zugleich chassidisches Gebet.
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Foto: Broede
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Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts verließ Giora Feidman,
als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren,
das Israel Philharmonic Orchestra, dem er 20 Jahre lang
angehörte, um eine weltweite Renaissance der Klemer-Tradition
zu starten. Bereichert um die vielfältigen Stile
und Richtungen klassischer und moderner Musik, die auch
Jazz und Soul einbezieht, vermittelt er Musik als "eine
Sprache der innersten Seele", die von allen Menschen
verstanden werden kann, die Mittel zu politischer und
kultureller Verständigung jenseits aller Grenzen.
Musik, die aus der Seele kommt, das ist die ureigenste
Interpretation einer Komposition durch den Musiker: was
er denkt, fühlt, nachspürt, auszudrücken
versucht. Er gibt sein Wissen, sein Können, seinen
Atem, seinen ganzen Körper, sich selbst. Am vollkommensten
geschieht das bei der Improvisation. Ein Thema, eine Melodie
wird zum Anlaß, mit dem Reichtum der Phantasie alles
zu geben, was in der Seele ist, Freude oder Schmerz, Glück
oder Last, Humor oder Trübsinn, Schwermut oder Hoffnung.
Mit all diesen Emfindungen ist es zuletzt auch Gespräch
mit Gott. Und Dank an Ihn: Soli Deo Gloria.
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Giora Feidman & Gershwin String Quartett
November 2010
Giora Feidman & Gershwin String Quartett
Januar 2011
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