Alle Grenzen aufgehoben
Giora Feidman und Matthias Eisenberg

Die leise Melodie wanderte durch die ganze Kirche bis hin zur Orgelempore von St Severin. Klezmer-Musiker Giora Feidman durchschritt den Raum nicht nur im buchstäblichen, sondern auch im musikalischen Sinn. Zusammen mit dem Organisten Matthias Eisenberg hob er die Grenzen zwischen E- und U-Musik auf und die Trennungslinien zwischen Publikum und Musikern. Immer wieder rief er sein "Zusammen!" und animierte die Zuhörer zum Summen einer Melodie oder eines Grundtones. Dann verführte er mit den Gesten eines Schlangenbeschwörers den Orgelspieler zur ekstatischen Interpretation von Ora Bat Chaims "In the Self".
Mit clownesker Mimik lockte er den Organisten in die Welt der Klezmer-und der Populärmusik hinein. Nicht selten schwenkte er die Klarinette wie einen Rüssel vor sich her und stampfte dazu elefantenähnlich mit den Füßen. Dann verwandelte sich der "Musikclown" in ein zutiefst vergeistigtes Wesen und kündete Max Bruchs "Kol nidrei" mit den Worten an: "This is one of the most beautiful things and this is why we understood the values of humanity". Er freue sich dies Werk "in einer Kirche in Deutschland mit Matthias" zu spielen.
Musikalisches Gebet mündete weder in Kirmesstimmung und schließlich in der Stille des pianissimo, das selbst das Auswickeln eines Hustenbonbons verbot. Ganz selbstverständlich bettete Eisenberg seine Stücke von Bach und Mendelssohn-Bartholdy in das Programm von "Entertainer" bis "Nobody knows the trouble l've seen". Dabei entlockte er seinem Instrument die aberwitzigsten Soulklänge und schien rhythmisch mitzutanzen. Als er seinen geliebten Zimbelstem noch klingeln ließ, war das Publikum kaum noch zu bändigen, und Feidman flog dem Organisten um den Hals. Überraschung reihte sich an Überraschung. Niemand vermochte, sich ein Ende vorzustellen. Doch das regelte Feidman mit seiner Improvisationsgabe. Nach zwei Zugaben erzählte er, wie er Matthias Eisenberg vor wenigen Wochen kennengelernt habe.
Er schilderte das Erstaunen, anstelle eines wortkargen Greises diesen vitalen Musiker anzutreffen, mit dem er das Konzertprogramm tags zuvor im Zug ausgearbeitet habe und das "result einer guten Probe sei". "He is an angel", betonte er mit Blick auf Eisenberg am Ende und auch nach dem Konzert beim geselligen Ausklang ein ums andere Mal.
Sylter Spiegel

Ein solches Klarinetten - Pianissimo gibt es auf der ganzen Welt nicht noch einmal. Giora Feidman, das ist eine Kunstform in sich, für die es keinen Vergleich gibt in der Welt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die perfekte Harmonie zweier Meister
Duo Klarinette / Orgel hatte auf der Eintrittskarte gestanden. Doch nun schien da oben eine ganze Begleitband zu Klarinette zu spielen. Begleitband nicht nötig. Feidman und Eisenberg, der israelische Klarinetten - und der Leipziger Orgelvirtuose, sind ein perfektes Zwei - Mann - Unternehmen.
Landeszeitung Rendsburg

Mit einem unendlich zarten Pianissimo, dem ersten Ton des Konzerts, erzeugt Feidman Ruhe. Die letzten Huster im Publikum wirken wie ein Erdbeben gegen die Stille dieses Tons. Emotion und Virtuosität charakterisieren den Auftritt der beiden. Dieses Konzert wird man so schnell nicht vergessen. Es nimmt, was die Resonanz als auch was die Qualität angeht, einen Sonderstatus ein.
Itzehoer Nachrichten

Maestro Feidman besitzt die magische Gabe, seiner Klarinette die Ausdrucksstärke und Beredsamkeit einer menschlichen Stimme zu verleihen.
New York Times

Feidman ist unvergleichlich. Er ist … im Stande, seiner Klarinette Töne zu entlocken, die auch den unempfindlichsten und unwissendsten Zuhörer von seiner Botschaft zu überzeugen.
Zubin Metha

Mit Gabriele Schmid und Wolfgang Weigel hat Giora Feidman zwei Musiker der Extraklasse in die Hebbelstadt gebracht. Fast ununterbrochen ist Weigel im Einsatz, mal als zuverlässiger Begleiter, mal als Solist. Verdienten Beifall erhält seine Interpretation von Emilio Pujols „Tonadilla“ Gabriele Schmid brilliert mit Schuberts Ständchen ebenso wie bei den Klezmerstücken von Ora Bat Chaim.
Ein Abend, der eher Erlebnis ist als Konzert, geht ebenso stimmungsvoll zu Ende wie er begonnen hat
Dithmarscher Landeszeitung

Wie der Rattenfänger zog Feidman die vielen hundert Zuhörer in den Bann seiner Musik, die nie abzureißen schien. Einen nicht geringen Anteil an dem großen Erfolg dieses Abends hatten die Sopranistin Gabriele Schmid und der Gitarrist Wolfgang Weigel, der mit seiner stets präsenten und weich fließenden Begleitung der ruhige Puls, der fließende Atem, die Stimme der musikalischen Seele des Trios war. Über Feidman selbst lässt sich nicht diskutieren. Wenn man ihn spielen hört…, dann ist es schwer, sich seinem Zauber zu entziehen.
Stormaner Tageblatt

Makellos ist das Zusammenspiel der drei Musiker, makellos sind die Intonation und Ausgewogenheit des Klanges. Hervorragend führt die Sängerin ihre Stimme mit warmem Ausdruck durch die Lagen, virtuos und mit großer Klangbreite versteht der Gitarrist sein Instrument zu meistern. Und immer wieder steht im Mittelpunkt der Ereignisse Giora Feidman, der Magier der Klarinette. Höchste Virtuosität verbindet er mit einmaliger Bandbreite der Lautstärke.
Böhme Zeitung

Zweimal sang Gabriele Schmid an diesem Abend Schubert. Das war wunderbar. Das Zusammenwirken von Feidman und Weigel war spielerische Leichtigkeit und blindes Verstehen. Während Weigel krumm gebeugt über seine Konzertgitarre das Thema mit angenehmer Zurückhaltung vorgab, tänzelte Feidmans Klarinette wie auf vertrautem Terrain.
Potsdamer Neueste Nachrichten