Klezmer Musik

Sprache der innersten Seele

Giora Feidman King of KlezmerGiora Feidman (King of Klezmer), Foto: Sascha Neroslavsky

Ein großes Erbe der osteuropäischen jiddischen Kultur, schien lange Zeit nach der Shoa und der Zerschlagung des Ostjudentums in Vergessenheit geraten zu sein. Sie wurde jedoch von den großen Auswanderungswellen seit Anfang ds 20. Jahrhundert nach Nord- und Südamerika getragen oder in Europa und Israel von Überlebenden bewahrt.“Klezmer“ ist das hebräische „kli zemer“, was „Instrument oder Gefäß des Liedes“ bedeutet, jedoch mehr meint als das Instrument, mit dem der Musiker spielt: der Musiker selbst ist das gefäß, aus dem das Lied kommt.

Jazz und Soul

Diese oft leidenschaftliche, freudige, aber auch klagende, melancholische Musik zu Festen der jüdischen Gemeinde ist nicht nur Ausdruck der Lebensfreude sondern zugleich chassidisches Gebet. Anfang der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts verließ Giora Feidman, als Sohn jüdischer Einwanderer in Argentinien geboren, das Israel Philharmonic Orchestra, dem er 20 Jahre lang angehörte, um eine weltweite Renaissance der Klemer-Tradition zu starten. Bereichert um die vielfältigen Stile und Richtungen klassischer und moderner Musik, die auch Jazz und Soul einbezieht, vermittelt er Musik als „eine Sprache der innersten Seele“, die von allen Menschen verstanden werden kann, die Mittel zu politischer und kultureller Verständigung jenseits aller Grenzen.

Reichtum der Phantasie

Musik, die aus der Seele kommt, das ist die ureigenste Interpretation einer Komposition durch den Musiker: was er denkt, fühlt, nachspürt, auszudrücken versucht. Er gibt sein Wissen, sein Können, seinen Atem, seinen ganzen Körper, sich selbst. Am vollkommensten geschieht das bei der Improvisation. Ein Thema, eine Melodie wird zum Anlaß, mit dem Reichtum der Phantasie alles zu geben, was in der Seele ist, Freude oder Schmerz, Glück oder Last, Humor oder Trübsinn, Schwermut oder Hoffnung. Mit all diesen Emfindungen ist es zuletzt auch Gespräch mit Gott. Und Dank an Ihn: Soli Deo Gloria.